David Ofek – Dokumentarfilmreihe
2.– 5.8., 16:00 @Lichthaus Kino

Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr den Dokumentarfilmer und Ophir-Preisträger David Ofek mit einer eigenen Filmreihe im Rahmen der Festivalwoche vorstellen werden.  
Der 1968 in Israel geborene David Ofek graduierte an der Sam Spiegel Hochschule für Film und Fernsehen in Jerusalem, macht seit den 1990er Jahren Dokumentarfilme und erhielt eine Reihe von Preisen für seine Arbeit. In seinen Dokumentarfilmen wendet er dabei eine in der Hörspielkunst etablierte Technik an: er verwebt Fiktion und Realität, stellt beides nebeneinander und schafft somit neue Zusammenhänge und Perspektiven.

Wir bieten täglich eine Einführung zu den Filmen und ein Filmgespräch an. Einführung und Filmgespräch werden von Shoshana Liessmann moderiert (Referentin am Goethe-Institut, Dozentin an der LMU).

Film in hebräischer Sprache mit englischen Untertiteln. Bitte die ausführliche Filmbeschreibung auf englisch lesen.

Preise und Auszeichnungen:

2008   Wolgin-Preis, Jerusalem Film Festival (IL) /// Auszeichnung für einen Film mit einer Spieldauer von bis zu 60 Minuten, Israelisches Filmemacher Forum (IL)

2006   Preis für Dokumentarfilmreihen, Israelische Filmakademie /// Preisträger für Dokumentarfilm, Jerusalem Film Festival (IL) /// Gerhard-Klein-Publikumspreis, Berlin Jewish Film Festival (D)

2003   Ophir-Preis in der Kategorie Dokumentarfilm, Israelische Akademie für Film und Fensehen (IL) /// Spezialpreis der Jury, Hotdocs – Internationales Dokumentarfilmfestival, Toronto (CDN) /// Bester Film, Syracuse Film Festival (USA) /// Pressepreis, Internationales Dokumentarfilmfestival Chicago (USA) /// Preis für beste Regie, Anonimul Film Festival (RO)

Double Feature
Home & Luxuries
2.8., Mi 16:00 @Lichthaus Kino
Eintritt: 8 €/5€
Reservierungen: post@lichthaus

Home
Regie: David Ofek
Länge: 17 Min
Sprache: Hebräisch
Untertitel: Englisch
Produktion: Jerusalem Film & Television School (1995, IL)

David Ofek blickt auf den ersten Golfkrieg zurück, als er mit seinen Eltern in Ramat Gan, Israel, lebte. Sie sind irakische Juden. Seine Eltern sind fasziniert von den Nachrichten über die Bombardierung Bagdads. Seine Großmutter reist während der Scud-Attacken, um Zuflucht  bei  der restlichen Familie zu suchen. Sie tragen Gasmasken und sitzen in einem Sicherheitsraum, zu dem David den Zutritt organisiert hat. Wenn die Entwarnungssirenen erklingen, betrachten sie Fotoalben. Eva, Davis Freundin, besucht sie und sie sprechen über Politik. Die Großmutter missbilligt Evas Ansichten. Um allen eine Atempause zu verschaffen, geht Eva nach Eilat. David stellt sich vor wie ein Leben mit Eva nach dem Krieg aussieht.

Luxuries
Regie: David Ofek
Länge: 54 Min
Sprache: Hebräisch
Untertitel: Englisch
Production: Edna Kowarsky, Elinor Kowarsky (2011, IL)

Ein schwer greifbarer “Koordinator”, vage Formeln zur Ermittlung von “Überlebensfähigkeit”, eine Lagerhalle, die vollgestopft ist mit verderbender Ware, und Esel, die als Zebras verkleidet sind - all dies nimmt teil an diesem mosaikgleichen Schauspiel, das ein Schlaglicht auf eine surreale Realität wirft , in der Böses und Dummheit verschmelzen.
Der Regisseur David Ofek nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine Reise zur absurden Front der israelischen “Blockade gegen Gaza” und deckt die Folgen einer Politik auf, die den Warenfluss nach Gaza beschränkt.

No 17 is Anonymous
3.8., Do 16:00 @Lichthaus Kino
Eintritt: 8 €/5€
Reservierungen: post@lichthaus.de

Regie: David Ofek
Länge: 75 Min
Sprache: Hebräisch
Untertitel: Englisch
Produktion: Cinephil (2003, IL)

Im Juni 2002 fuhr ein Auto, das mit Explosionsmaterial beladen war, an der Meggido-Kreuzung bei Tel Aviv in einen öffentlichen Bus. 16 der getöteten 17 Personen konnten identifiziert werden. Das einzige unidentifizierbare Opfer des Selbstmordattentats wurde einige Wochen nach dem Anschlag anonym beerdigt. Die Polizei stellte die Suche nach der Identität ein, da sie annahm es handele sich um einen ausländischen Gastarbeiter. No 17 dokumentiert über einen Zeitraum von sechs Monaten die Suche nach der Identität eines Mannes, dessen Körper schwer zerstört wurde und den niemand als vermisst meldete. Der Film erzählt außerdem die Geschichten von Menschen, deren Leben direkt oder indirekt durch das Attentat beeinflußt wurden. In dem Moment als es scheint, dass die Suche in einer Sackgasse endet, ergibt sich plötzlich eine vage Spur.

A Hebrew Lesson
4.8., Fr 16:00 @Lichthaus Kino
Eintritt: 8 €/5 €
Reservierungen: post@lichthaus.de

Regie: David Ofek, Ron Rotem
Länge: 122 Min
Sprachen: Englisch, Hebräisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch, Deutsch
Untertitel: Englisch
Produktion: Eden Productions  (2006, IL)

"Das Erlernen des Hebräischen ist von zentraler Bedeutung für die Etablierung der persönlichen Identität und des kollektiven Zugehörigkeitsgefühls. Die Sprache geht über politische, religiöse und ideologische Spaltungen hinaus, sie verbindet und verschmilzt die verschiedenen Teile der Gesellschaft." (Die Broschüre der jüdischen Agentur für Hebräisch-Ulpan-Lehrer)

Chin verließ ihre Tochter in China und kam nach Israel, um dort zu leben. Sie ist Haushälterin bei Ehud und die beiden verlieben sich. Sascha wollte nie nach Israel ziehen, aber vier Jahre nachdem seine Frau mit der gemeinsamen Tochter verließ, begreift er, dass das Leben ohne sein Kind wertlos ist. Auch Sascha wandert nach Israel aus, lässt seine gut gehende Geschäfte hinter sich, um sich in Tel Avivs schlimmster Nachbarschaft wiederzufinden. Marisol wuchs als eine “jüdische Prinzessin” in Lima, Peru, auf und kam nach Israel, um etwas über das Leben zu lernen. Eine unerwartete Schwangerschaft ändert ihre Pläne.

Diese und andere Charaktere treffen sich im für Neueinwanderer obligatorischen Hebräisch-Intensivkurs Ulpan, wo ihre persönlichen Geschichten mit der Komplexität der israelischen Realität verschmelzen.

The Tale of Nicolai and the Law of Return
5.8., Sa 16:00 @Lichthaus Kino
Eintritt: 8 €/ 5 €
Reservierungen: post@lichthaus.de

Regie:David Ofek
Länge: 54 Min
Sprachen: Hebräisch, Rumänisch
Untertitel: Englisch
Produktion: Eden Productions (2008, IL)

Mit Humor und Ironie erzählt der Film im Stil eines Märchens die Geschichte eines rumänischen Arbeiters, der erkennt, dass seine jüdischen Wurzeln ihm dabei helfen können, das Glücksrad zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Insbesondere seine palästinensischen Freunde vermitteln ihm, wie unglaublich vorteilhaft es sein kann, wenn man eine jüdische Großmutter hat.