Jiddisches Lied (Mittelstufe)
Zwei Welten des Jiddischen Lieds Der Gesang chassidischer Frauen & Jiddische Theaterdiven

21. - 28.7.2026; unstrukturierter (freier) Tag: 25.7.
10:00 - 13:00 & 15:00 - 18:00 | Mittelstufe

mit Asya Vaisman Schulman, Lorin Sklamberg, Rosamond van Wingerden & Patrick Farrell

Dieser Workshop befasst sich mit zwei unterschiedlichen und selten miteinander verbundenen Strängen des jiddischen Liedrepertoires – dem Gesang chassidischer Frauen und der Tradition des jiddischen Theaters – und geht der Frage nach, was einen Gesangsstil trotz seiner äußerlichen Unterschiede wirklich yidish macht. Durch die Auseinandersetzung mit dem Repertoire und Stimm-Übungen bewegen sich die Teilnehmenden zwischen dem Gemeinschaftlichen und dem Theatralischen, dem Andächtigen und dem Spektakulären und suchen nach dem gemeinsamen roten Faden, der sich durch beide zieht.

Der Theaterteil unter der Leitung von Lorin Sklamberg verfolgt die Entwicklung des jiddischen Theaterliedes von den frühen 1900er Jahren bis in die 1970er Jahre. Anhand des Repertoires von Künstlerinnen wie Pepi Litman, Molly Picon, Isa Kremer, den Barry Sisters, Nekhama Lifshits sowie Goldie Malavsky und der Malavsky Family werden wir die Entwicklung des Volksliedes nachzeichnen, wie es auf die Bühne gelangte, die populären Klänge seiner Zeit aufnahm und sich zu neuen Formen entwickelte, während es gleichzeitig in der jiddisch-musischen Empfindungswelt verwurzelt blieb.

Der von Asya Vaisman Schulman geleitete Strang zu den chassidischen Frauen stützt sich auf ihre umfangreichen Forschungen zu einem lebendigen zeitgenössischen Repertoire: Lieder, die größtenteils in den letzten fünfzig Jahren von Frauen innerhalb der chassidischen Gemeinschaften von Satmar, Bobov, Pupa, Tosh und anderen Gruppen in New York, Jerusalem, Antwerpen und London geschrieben wurden. Diese didaktischen Lieder, die ausschließlich in rein weiblichen chassidischen Kontexten aufgeführt werden, sind außerhalb der Gemeinschaften, in denen sie entstanden sind, so gut wie unbekannt. In diesem Workshop werden wir die intertextuellen Bezüge und Aufführungskontexte der Lieder sowie die kulturellen Werte untersuchen, die dieses Repertoire prägen.

Zusammen bilden diese beiden Stränge einen Dialog über Gesangstechnik und Aufführungspraxis. Rosamond van Wingerden wird die Arbeit an Gesangstechnik und Stil leiten und die Teilnehmenden durch die spezifischen stilistischen Mittel führen, auf die jede der beiden Traditionen zurückgreift – Verzierung, Phrasierung, Vibrato, Atem und die Beziehung zwischen Text und Melodie – und dabei der Frage nachgehen, wie sich diese zwischen ausgebildeten Bühnenkünstlerinnen und den Sängerinnen der Gemeinschaft unterscheiden. Das Ziel besteht nicht nur darin, das Repertoire zu erlernen, sondern ein bewussteres Verständnis dafür zu entwickeln, was jedem Stil seinen Charakter verleiht und wo sich die beiden Welten überraschenderweise treffen.

Bitte beachten! Obwohl sich sowohl der Workshop für Fortgeschrittene als auch der für die Mittelstufe mit den selben Themen befassen, werden diese auf unterschiedliche Weise behandelt. Der Workshop für die Mittelstufe ist sowohl hinsichtlich des Repertoires als auch der Technik leichter zugänglich gestaltet. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welcher Workshop der richtige für Dich ist, melde Dich einfach bei uns!

 

Workshopgebühr:
530 € Standard / 425 € Reduziert / 740 € Förderer / 180 € Unter 18

 

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